Erlebnisbericht : Der Traum eines Spastiker

Erlebnisbericht – Mein größter Traum war es, als Kind einmal selbst Traktor auf dem Fahrersitz zu fahren. Doch ich bin Spastiker und habe Probleme beim gehen und auch andere Einschränkungen…

Mein größter Traum war es, als Kind einmal selbst Traktor auf dem Fahrersitz zu fahren. Das hätte mir genügt. Ich betete schon sehr früh darum. Ich bin Spastiker und habe Probleme beim Gehen und auch andere Einschränkungen.

Meine Eltern sahen es daher als unmöglich an. Ein guter Freund besitzt einen Güldner A 2 KN, den ich als Kind trotz meiner körperlichen Einschränkungen gerne selbst fahren wollte.

[bctt tweet=”Erlebnisbericht eines Mannes der Spastiker ist und deren Traum in Erfüllung ging..” username=””]

Mir wurde gesagt: “Thommy, schlag dir das aus dem Kopf. Mit deinen körperlichen Voraussetzungen denken wir nicht, dass du fahren können wirst.”

Was mir blieb, war zu beten: Herr Jesus du weißt um meinen innigsten Wunsch. Ich möchte selbst fahren, und wenn es nur zwei Meter sind. Ich glaube, ich kann das. So betete ich 2 Jahre – ich war noch nicht einmal richtig gläubig, aber das wusste ich irgendwie, das ist eine große Sache, da muss mir Gott helfen, auch wenn ich ihm in anderen Dingen nicht glaube.

Plötzlich

Ich nervte so lange, bis es meinem Vater zuviel wurde und er sagte: “Dann lassen wir halt Tommy fahren – wir stellen den Traktor auf die größte Wiese, die wir haben, auf der nicht einmal ein einziger Baum steht, und dann lassen wir ihn fahren; beten wir, dass es funktioniert.

Aus menschlichen Ermessen sehen wir es nicht, dass es geht.” Mein Vater kam auf mich zu und sagte: “Junior, heute fährst du.”

Ich wusste, was gemeint war und hielt es für einen schlechten Scherz. Nein, das kann nicht sein. Mein Vater schaute mich mit dem Blick an, den er gebrauchte, wenn er etwas sehr ernst meinte. Da begriff ich: Das ist kein Auf- den-Arm-nehmen, das meint er ernst.

Schlagartig wurde mir bewusst, was davon abhing. Entweder es funktionierte oder der Traum, jemals fahren zu dürfen, war aus geträumt.

Ich hatte zum einen Freudentränen in den Augen, aber auch ein mulmiges Gefühl: Was, wenn ich versagte? Mir war klar, dass es das dann gewesen wäre.

Ich zog mich zum Gebet zurück: “Herr Jesus, du weißt, was heute für mich auf dem Spiel steht, entweder die Nummer geht heute sauber über die Bühne oder das war`s, und zwar für immer.” Sie stellten den Traktor auf eine Wiese, die groß genug war, und bedeuteten mir damit: So Junge, du sagst, du kannst fahren, also haben wir uns entschieden, dir die Chance zu geben. Wir haben auch darüber gebetet und spüren keine Einwände.

Also, dann mal los. Ich saß also da, wo ich immer hin wollte: auf dem Fahrersitz. Sie legten mir den Kriechgang ein, in dem das Getriebe so übersetzt ist, dass nicht selbst Gas gegeben oder gekuppelt werden musste, damit ich lenken üben konnte.

Nach einigen Minuten stellten sie fest: Aha, das kann Tommy. Nächste Lektion, schalten, Gas geben und bremsen. “Kannst du das auch?”, wurde ich gefragt. “Ja, ich denke schon.” Und so musste ich liefern, es hieß: Anfahren und die Gänge durchschalten. Ich war selbst erstaunt, wie gut ich es konnte.

Ich hatte meinem Vater und meinem Bekannten immer nur auf die Hände und Füße geschaut, wie und wann welches Pedal betätigt werden musste. “Woher kannst du das, Junge?” Ich strahlte, weil ich es selbst nicht glauben konnte. “Ich hatte genug Zeit, euch auf die Hände und Füße zu schauen und den Klang des Motors zu hören. Meine Ohren haben ein Gefühl dafür bekommen, wie es geht, und meine Füße merken auch, wann der Vortrieb kommt.” Sie waren baff, das hatten sie nicht erwartet. Sie wollten es genauer wissen und testeten mich auf Herz und Nieren: Kann er auch mit Anhänger fahren? Auch das klappte zu ihrem Erstaunen.

Ab diesem Tag durfte ich anfangs kleinere und dann immer schwerere Fahrten übernehmen. Sie trauten mir zu, dass ich es konnte.

Gott hatte meine Gebete erhört – das war und ist einer meiner größten Meilensteine zu einem selbstbestimmten Leben.

(Thomas)

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